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      Stillen aufhören: So geht Abstillen richtig

      Stillen ist mehr als nur Ernährung. Beim Stillen entsteht eine ganz besondere und einzigartige Verbindung zwischen dir und deinem Baby. Während dein Schatz trinkt wird gekuschelt und beschnuppert. Fast magisch fühlt sich diese besondere Nähe für dich als Mutter an. Das wonnige, warme Gefühl der Geborgenheit ist weit mehr als eine nützliche Stillbeziehung und das Management von Hunger und satt sein. Gerade für das Urvertrauen und den Bindungsaufbau (Bonding) spielen Stillen und Hautkontakt eine wichtige Rolle. Doch spätestens wenn die ohnehin strapazierten Brustwarzen schmerzen, weil dein kleiner Schatz dich mit seinen ersten Zähnchen beim Nuckeln beißt, machst du dir vielleicht Gedanken übers Abstillen.

      Gleich vorweg: Wie bei vielem im Leben mit Kind hilft es, ruhig zu bleiben und Geduld zu bewahren. Auch wenn das manchmal leichter gesagt als getan ist. Denn Gründe für das Abstillen gibt es viele: Deine Brüste schmerzen und sind wund? Dein Baby spielt Vampir und beisst dich beim Saugen mit seinen Zähnchen? Du willst endlich wieder deinen Körper für dich alleine haben? Auch Papa soll sein kleines Engelchen ins Bett bringen können während du ein wenig Zeit für dich hast? Oder dein Schätzchen ist schlichtweg zu groß und schwer geworden um es noch gemütlich zum Stillen auf dem Arm halten zu können? Kein Wunder, wenn du es kaum erwarten kannst, ein Stück unabhängiger zu sein. Aus welchem Grund auch immer du abstillen möchtest, es ist ganz allein deine Entscheidung. Jede Familie entwickelt sich im eigenen Tempo: Ob und wie lange ihr stillt liegt ganz alleine bei dir und deinem Baby.

      Wie finde ich den richtigen Zeitpunkt zum Abstillen?

      Den idealen Zeitpunkt, um mit dem Stillen aufzuhören gibt es nicht. Allerdings empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die ersten sechs Lebensmonate ausschließlich zu stillen.

      Ist dein Kind 6 Monate alt, kann es mit Veränderungen seiner Ernährung insgesamt besser umgehen. Daher kann man zwischen 4 und 6 Monaten mit der Beikost beginnen, also mit dem Zufüttern von Babybrei zusätzlich zu Milchmahlzeiten. Wann du abstillen möchtest ist eine sehr persönliche Entscheidung. Natürlich darfst du auch trotz Beikost weiter stillen, solange du und dein Kind das möchtet.  Übrigens: In Österreich geben nach einem halben Jahr noch etwa 64 % der Mütter ihrem Sprössling die Brust.

       

      Wie lange sollte gestillt werden?

      Leider gehört auch das Stillen zu den Themen, wo man sich als Eltern allerlei gut gemeinte Ratschläge anhören muss. “Was, du stillst immer noch?” oder “Dein Kind isst doch schon!”  hast du vielleicht auch schon mal gehört. Lass dich nicht verrückt machen von solchen Aussagen. Du kannst am besten beurteilen, was das Beste für dein Kind ist und es ist vollkommen in Ordnung, seinen eigenen Weg zu gehen. Außerdem ist längeres Stillen gar nicht so ungewöhnlich: In anderen Kulturen ist es ziemlich normal, noch im Kleinkindalter die Brust zu geben.

      Wie lange stillen andere Mütter in Österreich?

       
      • Nach der Geburt entscheiden sich rund 97 % der Frauen dazu, ihr Neugeborenes zu stillen.
      • Nach sechs Monaten sind es noch etwa 64%.
      • Nicht ausreichend Muttermilch und Probleme mit der Brust sind die beiden häufigsten Gründe fürs Abstillen
      • Die durchschnittliche Stilldauer in Österreich beträgt ca. sieben Monate.
      • Gegen Ende des ersten Lebensjahres stillen noch rund 41 % der Mütter ihre Kinder zumindest teilweise.
      • Derzeit liegen keine repräsentativen Daten zu einer Stilldauer von über zwei Jahren vor. Schätzungsweise werden im Alter von 24 Monaten noch 2,4 % der Kinder gestillt.

      Abstillen: Gründe dafür und dagegen

      Manchmal lässt sich ein schnelles Abstillen nicht verhindern und ein plötzliches Abstillen ist nötig, beispielsweise bei einer schweren Erkrankung der Stillenden. Du bist dir unsicher, ob du die Stillzeit beenden sollst? Wir haben einige Anhaltspunkte für dich zusammengestellt, die dich bei deiner Entscheidung unterstützen können. Oft lassen sich Lösungen finden, um deinen Liebling weiter zu stillen, wenn du das möchtest.

      • Milchstau und andere Stillprobleme: Milchstau, zu wenig Muttermilch, Wunde Brustwarzen, Brustentzündungen – Stillen ist bei weitem nicht immer so schön und einfach wie man es sich vorstellt. Wenn du Schmerzen beim Stillen hast wird dir deine Hebamme sicher mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem gibt es auch Stillberaterinnen, an die du dich wenden kannst. Hier haben wir weitere allgemeine Informationen Stillen und Tipps gegen wunde Brustwarzen für dich zusammengefasst!
      • Medikamente: Wenn du als stillende Mama plötzlich Medikamente einnehmen musst, solltest du gemeinsam mit deinem Arzt:in klären, ob ein Abstillen nötig ist. Darf ich trotz der Medikamente stillen oder schaden die Medikamente meinem Kind? Wie lange werden die Medikamente benötigt? Werden die Medikamente nur einen kurzen Zeitraum benötigt kannst du das Stillen unterbrechen und deinen Liebling vorübergehend mit Säuglingsnahrung füttern. Damit dein Körper weiterhin Milch produziert solltest du die Muttermilch in dieser Zeit abpumpen und entsorgen. Sobald du die Medizin nicht mehr brauchst, kannst du deinem Baby dann wieder die Brust geben. Ist eine langfristige Medikamenteneinnahme notwendig, so ist ein Abstillen unvermeidlich. Häufig lassen sich jedoch stillverträgliche Alternativen finden. Kläre dies im Vorfeld mit deinem Arzt:in ab.
      • Wiedereinstieg in den Beruf: Gesetzlich stehen dir bezahlte Pausen während der Arbeitszeit zu, in denen du dein Kind stillen oder Milch abpumpen kannst. Arbeitest du mehr als 4,5 Stunden, so hast du Anspruch auf eine 45-minütige Stillpause. Ab einer Arbeitszeit von acht Stunden darfst du zwei solcher Pausen einlegen.
      • Eingewöhnung in die Krabbelstube: Weil Kleinkindern Veränderungen oft schwer fallen, ist die Eingewöhnungsphase in die Krabbelstube nicht der beste Zeitpunkt zum Abstillen. Auch haben gestillte Kinder gewöhnlich keine Probleme, in der Krabbelstube oder im Kindergarten ohne Brust einzuschlafen.
      • Beikost-Einführung: Sobald dein Baby dir signalisiert, dass es bereit für Brei ist, kannst du zwischen 4 und 6 Monaten mit der Einführung der Beikost beginnen. Trotzdem kann es helfen, deinem Schatz nach dem Essen weiterhin die Brust anzubieten und nach Bedarf zu stillen. So gewöhnt sich dein kleiner Liebling besser an die neue Nahrung. Im Laufe der Zeit wird dein Schatz immer mehr feste Nahrung zu sich nehmen, wodurch die Stillmahlzeiten automatisch weniger werden.
      • Erneuter Kinderwunsch: Ihr wünscht euch ein Geschwisterchen, aber habt Angst, dass du durch das Stillen nicht schwanger werden kannst? Es stimmt, dass durch das Stillhormon Prolaktin der Eisprung für eine gewisse Zeit unterdrückt wird. Allerdings gilt das nur, solange du voll stillst. Sobald du nicht mehr voll stillst oder die Stillpausen länger werden, sinkt der Prolaktinspiegel und du kannst wieder schwanger werden. Wenn kein Kinderwunsch besteht, dann besprich dich bitte unbedingt mit deinem Gynäkolog:in bezüglich Verhütung.
      • Schwangerschaft: Sofern du gesund bist und kein erhöhtes Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt hast, kannst du problemlos weiterstillen.

      Oft verspüren stillende Mamas einen starken gesellschaftlichen Druck, ihr Kind nicht länger als bis zum ersten Geburtstag zu stillen. Jedes Kind entwickelt sich im eigenen Tempo und es ist ganz allein deine Entscheidung, wie lange sich das Stillen für dich richtig anfühlt. Egal, ob du dein Baby überhaupt nicht stillen möchtest, oder ihr im Kleinkindalter noch das gemeinsame Stillen als Ritual zum Einschlafen genießt, du musst dich bei niemandem rechtfertigen oder dich für deine Entscheidung schämen.

       Mutter füttert ihr Baby mit leckerem Babybrei und das Kind hat Freude am Essen

      Plötzliches Abstillen: Infos und Tipps für das abrupte Ende

      In Ausnahmefällen ist ein abruptes Abstillen nötig. Wenn möglich, sollte auch ein schnelles Abstillen möglichst schonend passieren. Bestenfalls darf dein Schatz noch ein paar Tage weiter Milch an der Brust trinken, nur dass die Stillmahlzeiten mit jedem Tag weniger werden, damit die Milchbildung langsam abnimmt. Ein zu schnelles Abstillen kann für Eltern und Baby emotional sehr belastend sein. Während dein Baby womöglich die gewohnte Brust vermissen wird, birgt plötzliches Abstillen auch für die stillende Mama gesundheitliche Risiken: Wird die Brust auf einmal nicht mehr entleert, kommt es zudem leicht zu Milchstau und Brustentzündungen.

      Wie kann man die Milchbildung bei einem schnellen Abstillen reduzieren?

      • Wenn du dein Baby seltener anlegst, bildet dein Körper automatisch weniger Milch.
      • Deine Brust fühlt sich sehr voll an und spannt?  Hier hilft es, die Brust mit der Hand unter der warmen Dusche auszustreichen. So wirst du sanft die überschüssige Milch los und im Gegensatz zum Abpumpen wird durch das sanfte Ausstreichen die Milchproduktion nicht angeregt.
      • Kühle deine Brust mit Kompressen 
      • Auch Salbei- oder Pfefferminztee sind altbewährte Hausmittel. Damit kann die Milchbildung gehemmt werden.
      • Topfenwickel sind ein echter Hebammen-Tipp und helfen auf natürliche Weise, die Brust zu kühlen. Hier erfährst du, wie du die kühlenden Topfenwickel ganz einfach selbst machen kannst.

      Du brauchst:

      • Topfen
      • Eine Rolle Küchenpapier
      • Eine Schere
      • Teller und Frischhaltefolie

      So geht's:

      1. Den Topfen kannst du mit einem Löffel oder einem Messer auf das Küchenpapier auftragen
      2. Lege zwei Blatt Küchenpapier aufeinander und schneide einen Kreis in Größe deiner Brust aus
      3. Nimm einen der zwei gleich großen Kreise und bestreiche sie fingerdick mit kaltem Topfen und lege danach das andere Blatt Küchenrolle darauf.
      4. Lege den kühlenden Topfenwickel nach dem Stillen auf die schmerzende Brust

      Das Gute, Topfenwickel kühlen nicht nur, sie enthalten auch phosphorhaltiges Kasein und wirken so entzündungshemmend. Grundsätzlich gilt: Der Milcheinschuss markiert den Beginn der Milchbildung, den Übergang von der Vormilch zur reifen Milch. Nimm dir von Anfang an Zeit und Ruhe. Wichtig ist, dass du und dein Baby miteinander, den für euch richtigen Rhythmus findet.

      Außerdem gibt es Medikamente, die das Abstillen erleichtern sollen. Allerdings bringen diese oft Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel mit sich. Dein:e Arzt:in wird dich beraten, ob solche Medikamente für dich sinnvoll sind und dir mit weiteren Tipps zur Seite stehen.

      Natürliches Abstillen

      Sanfter und schonender für Mama und Kind ist es, das Ende der Stillzeit als einen langsamen Prozess zu sehen. Wenn dein Schatz Schritt für Schritt lernt, feste Nahrung zu sich zu nehmen, wird dein Kleines von allein die Brust seltener verlangen.  Auch wenn Stillen das Beste für dein Baby ist, weil Muttermilch dein Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, kann es sein, dass dein Baby zum Zeitpunkt des Abstillens jünger als ein Jahr ist. In diesem Fall benötigt man Milch in Form von hochwertiger Säuglingnahrung. Ab der Geburt kannst du sowohl Pre-Nahrung als auch 1er-Nahrung im Fläschchen füttern. Nach dem 6. Monat ist zusätzlich zur Beikost auch Folgenahrung (2er-Nahrung) möglich.

      Bevor du abstillst, solltest du dir im Klaren sein, dass Stillen weit mehr ist als nur Nahrungsaufnahme. An der Brust werden auch andere Bedürfnisse wie Körperkontakt und Geborgenheit befriedigt. Wenn du abstillst, solltest du deinem Baby auf andere Art Nähe und Fürsorge entgegenbringen. So kannst du das Stillen beispielsweise durch Kuscheln, Vorsingen, Spielen oder Vorlesen ersetzen.

      So kannst du das natürliche Abstillen unterstützen

      • Biete deinem Kind die Brust nicht mehr aktiv an.
      • Sorge für Ablenkung, wenn dein Kind gestillt werden möchte. Manchmal verlangen Babys nicht aus Hunger nach der Brust, sondern wollen durch die Brust und deine Nähe Beruhigung. Anstatt dein Baby an der Brust nuckeln zu lassen kannst du kuscheln, einen Schnuller geben oder ihm vorsingen oder eine Geschichte laut vorlesen. Außerdem kannst du deinem Schatz Wasser zum Trinken anbieten
      • Aus den Augen, aus dem Sinn: „Verstecke“ deine Brüste und wähle Kleidung ohne tiefen Ausschnitt.
      • Wenn dein Kind schon älter ist und dich besser versteht, kannst du mit ihm darüber reden. Vielleicht findet ihr gemeinsame Lösungen, wie ihr die Stillzeit sanft beenden könnt, indem ihr nur noch an bestimmten Orten oder zu bestimmten Tageszeiten stillt.
      • Abendroutine: Vor allem zum Einschlafen lieben viele Babys das beruhigende Nuckeln an Mamas Brust. Das Abstillen vor dem Einschlafen gelingt besser, wenn dein Partner:in euren kleinen Schatz ins Bett bringt und die Abendroutine übernimmt.
      • Geborgenheit: Abstillen wird oft als zweites Abnabeln erlebt. Damit dein kleiner Liebling sich trotzdem geborgen fühlt, plane jede Menge Zeit zum Kuscheln, Streicheln und Spielen ein.

      Warme Milch, kuscheln mit Mama und entspannt nuckeln – kein Wunder, dass es vielen Babys und Kleinkindern schwer fällt, die Brust aufzugeben. Für so manche Mama kann es ganz schön emotional sein, das Stillen bleiben zu lassen und zu erleben, wie das Baby langsam eigenständiger wird. Andere Mamas dagegen würden am liebsten noch schneller abstillen und sehnen sich die Flexibilität herbei.

      Egal wann oder warum ihr euch fürs Abstillen entscheidet, sei nachsichtig und geduldig  mit deinem Baby und mit dir selbst. Es ist ganz normal, wenn du während des Abstillens ein Auf und Ab der Gefühle erlebst. Wichtig ist nur, dass du bewusst diesen Weg einschlägst. So kannst du deine innere Haltung auf dein Kind übertragen und gemeinsam werdet ihr diese Zeit der Veränderung meistern. 

      Du möchtest nachts abstillen und fragst dich, wie du dein Kind ohne Brust am besten beim Einschlafen begleiten kannst? Hier findest du jede Menge Einschlaf-Tipps für eine liebevolle und entspannte Abendroutine.

       

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