Page Content
Vorsorgeuntersuchungen für Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes
Man sollte nie vergessen, dass komplikationslose Schwangerschaften häufiger sind als problematische. Wenn Ihnen im Rahmen Ihrer Schwangerschaft eine Untersuchung angeboten wird, haben Sie immer die Möglichkeit, sie abzulehnen. Ihr Zweck besteht jedoch nur darin, dafür zu sorgen, dass alle eventuell auftretenden Probleme so früh wie möglich behandelt werden, damit Ihnen und Ihrem Kind während der Schwangerschaft die bestmögliche Versorgung zuteil wird. Es ist wichtig, dass Sie Ihre Entscheidungen zur Schwangerschaftsvorsorge gut informiert treffen. Nehmen Sie sich daher die Zeit, alle Untersuchungen mit Ihrem Arzt zu besprechen, bevor Sie sich entscheiden.
Einige dieser Untersuchungen erscheinen möglicherweise kompliziert, aber alle gelten als Standarduntersuchungen für Schwangere:
Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)
Chorionzottenbiopsie
Schwangerschaftsdiabetes-Früherkennung
Blutuntersuchungen
Urinuntersuchungen
Fruchtwasseruntersuchung (nicht obligatorisch für alle Schwangeren)
Diese Untersuchung wird in der Regel ab der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Durch eine Fruchtwasseruntersuchung lässt sich feststellen, ob beim Fötus eine Fehlbildung vorliegt. Sie wird vor allem zur Früherkennung der Trisomie 21 eingesetzt. Diese diagnostische Untersuchung wird Ihnen angeboten, wenn Sie älter sind als 35 Jahre oder Ihr Arzt aus anderen Gründen Bedenken hat.
Vor der Durchführung einer Fruchtwasseruntersuchung werden per Ultraschall die Lage des Kindes und der Plazenta bestimmt sowie die Schwangerschaftsdaten überprüft. Anschliessend wird die Haut am Unterleib gereinigt und eine feine Nadel in die Gebärmutter eingeführt. Mithilfe einer Spritze entnimmt der Arzt nun eine Probe des Fruchtwassers, das das Baby umgibt, und schickt sie zur Analyse ins Labor. Die Lage des Kindes und der Nadel werden während der Entnahme ständig per Ultraschall überwacht.
Viele werdende Mütter finden diese Untersuchung eher unangenehm als schmerzhaft, etwa vergleichbar mit Regelschmerzen. Die Ergebnisse liegen nach frühestens 10 Tagen vor.
Es ist wichtig, sich über die Risiken im Zusammenhang mit diesem Verfahren klar zu sein (insbesondere über das mögliche Risiko einer Fehlgeburt); sprechen Sie daher unbedingt im Vorfeld mit Ihrem Arzt darüber.
In den Tagen nach der Fruchtwasseruntersuchung sollten Sie sich etwas schonen. Wenn Sie schon Kinder haben, versuchen Sie, jemanden zu finden, der sich um sie kümmert.
Chorionzottenbiopsie (CZB)
Eine Chorionzottenbiopsie (CZB) wird normalerweise im ersten Schwangerschaftsdrittel als Alternative zur Fruchtwasseruntersuchung angeboten. Sie ist angezeigt, wenn eine Chromosomenanomalie vermutet wird und eine Chromosomenuntersuchung durchgeführt werden soll. Diese Untersuchung wird Ihnen in der Regel angeboten, wenn Sie älter sind als 35 Jahre oder Ihr Arzt aus anderen Gründen Bedenken hat.
Sie dauert etwa eine halbe Stunde und ist ein wenig schmerzhafter als die Fruchtwasseruntersuchung. Bei der CZB wird eine Probe der sogenannten Chorionzotten entnommen, die zur Plazenta gehören.
Da diese Untersuchung mit gewissen Risiken behaftet ist, sprechen Sie im Vorfeld unbedingt mit Ihrem Arzt darüber.
Nach der Untersuchung sollten Sie sich einige Tage schonen. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt über alle Fragen oder Befürchtungen im Zusammenhang mit diesen Untersuchungen, bevor Sie Ihr Einverständnis geben.
Schwangerschaftsdiabetes-Früherkennung
Diese Untersuchung wird in der zweiten Schwangerschaftshälfte (zwischen der 24. und der 28. Woche) vorgenommen.
Für die Routine-Blutanalyse müssen Sie etwa 1 Stunde vor der Blutentnahme eine Lösung mit 50 Gramm Glukose trinken. Wenn Ihr Glukosespiegel im Blut zu hoch ist, verordnet Ihr Arzt Ihnen eine weitere Analyse, den sogenannten Zuckerbelastungstest, auch oraler Glukosetoleranz-Test (oGTT) genannt.
Blutuntersuchungen
Im Laufe Ihrer Schwangerschaft werden Ihnen mehrere Blutuntersuchungen angeboten. Keine Sorge, dabei handelt es sich ausschliesslich um Routineuntersuchungen. Dazu gehören insbesondere
• Eisenspiegel: Wenn er zu niedrig liegt, kann es zu Müdigkeit, Lethargie oder Kurzatmigkeit oder einer allgemeinen Störung des Wohlbefindens kommen. Wenn Sie verstärkt gut durchgegartes rotes Fleisch sowie eisen- und Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel (Vitamin C fördert die Eisenaufnahme) zu sich nehmen, kehrt die Energie möglicherweise schon bald zurück. Falls Sie Vegetarierin sind, weichen Sie auf gekochten Spinat aus (bedenken Sie jedoch, dass das Eisen im Gemüse nicht so leicht aufgenommen wird wie das im Fleisch). Sollte eine Ernährungsumstellung nicht ausreichen, kann der Arzt Ihnen Eisentabletten verschreiben. Da der Eisenspiegel im Laufe der Schwangerschaft schwankt, wird um die 28. Woche ein weiterer Test durchgeführt.
• Blutgruppe und Rhesusfaktor: Ihr Arzt muss für die Patientenakte Ihre Blutgruppe feststellen und prüfen, ob Ihr Blut rhesuspositiv (RH+) oder rhesusnegativ (RH-) ist, da diese beiden Bluttypen nicht kompatibel sind. Wenn Sie RH- und Ihr Kind RH+ sind, könnte Ihr Körper Antikörper gegen die RH+-Blutzellen produzieren. Das kann sich in späteren Schwangerschaftsstadien auf das Kind auswirken. Während der Schwangerschaft werden regelmässig Blutuntersuchungen vorgenommen, um diese Antikörper aufzuspüren.
Es können noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden, die Ihr Arzt im Einzelnen mit Ihnen besprechen wird.
Urinuntersuchungen
Urinuntersuchungen werden in der Schwangerschaft häufig durchgeführt, um folgende Faktoren zu überwachen:
• Eiweiss im Urin, der Informationen über die Funktionstüchtigkeit Ihrer Nieren liefert.
• Glukose im Urin – allerdings werden bei Routineuntersuchungen häufiger kleine Mengen Glukose entdeckt, je nachdem, was Sie kurz zuvor gegessen haben.